Der demographische Wandel und die Folgen der Entkirchlichung in den letzten Jahrzehnten haben auch um den Spreewald und um die Straupitzer Kirchengemeinde keinen Bogen gemacht. Wir erleben bei uns manche Auswirkungen später als an anderen Orten, da die hiesige Bevölkerung stark heimatverbunden und traditionsbewusst ist. Dennoch können wir heute die Augen nicht mehr vor den Realitäten verschließen: Waren vor 30 Jahren noch etwa 2.000 Menschen Mitglied unserer Kirchengemeinde, so ist die Zahl inzwischen auf unter 900 Kirchenmitglieder gesunken. Das hat Auswirkungen auf alle Formen kirchlicher Arbeit. Konkret bedeutet es, daß die Evangelische Kirchengemeinde Straupitz schon seit längerem keine volle Pfarrstelle mehr ist.

Bisher haben wir das kirchliche Leben in der gewohnten Form aufrecht erhalten können. Inzwischen ist die Situation in den verschiedenen Orten des Kirchenkreises Lübben aber derart angespannt, daß ich als Straupitzer Pfarrer nicht mehr allein in der hiesigen Kirchengemeinde tätig bin. Dort, wo ein Pfarrer fehlt, werde ich zur Vertretung eingesetzt. Das betraf vor einem Jahr bis zum Anfang diesen Jahres die Kirchengemeinde Lübbenau, seit Februar 2019 die Kirchengemeinden Groß Leuthen, Krugau, Wittmannsdorf und Pretschen sowie seit dem 1. August auch noch die Krankheitsvertretung für den Bereich Zaue und Mittweide.

Die Folge ist, daß ich nicht mehr so häufig in der Gemeinde zu sehen bin und auch die Sonntagsgottesdienste gelegentlich vertreten werden müssen, weil ich zur gleichen Zeit Dienst z. B. in Wittmannsdorf, Pretschen, Zaue oder Groß Leuthen tue. Manch Straupitzer ist zugleich überrascht, mich bei Beerdigungen oder Hochzeiten in der näheren und weiteren Umgebung als zuständigen Pfarrer anzutreffen.

Natürlich bleibe ich weiter Pfarrer der Kirchengemeinde Straupitz. Falls ich jedoch nicht jederzeit erreichbar bin, so bitte ich Sie dafür um Verständnis. Ich tue, was in meinen (begrenzten) Kräften steht, kann aber natürlich nicht überall gleichzeitig sein. Die sicherste Form, mich anzutreffen, ist nach wie vor der sonntägliche Gottesdienst um 10 Uhr in der Straupitzer Kirche. Das soll auch in Zukunft der Schwerpunkt der kirchlichen Arbeit in Straupitz bleiben. Falls der Wunsch nach dem Besuch des Pfarrers besteht, so bitte ich um eine Nachricht, gern auch auf dem Anrufbeantworter: ich versuche, dem so gut es geht nachzukommen.

Und schließlich: wenn es Ihnen wichtig ist, daß die Kirchengemeinde vor Ort erhalten bleibt, dann halten Sie bitte der Kirchengemeinde die Treue, lassen Sie Ihre Kinder (oder auch sich selbst) taufen, treten Sie wieder in die Kirche ein, trauen Sie sich, sich kirchlich trauen zu lassen, besuchen Sie die Gottesdienste, verschweigen Sie nicht Ihr Christsein. Kurz und gut: zeigen Sie durch Ihr Reden und Tun, daß unsere Kirchengemeinde lebendig war, lebendig ist und lebendig bleibt. Vor allem lassen Sie sich nicht entmutigen: Wir stehen nicht allein da. Auch heute gilt: An Gottes Segen ist alles gelegen!

 

Ihr

 

Pfarrer Hanke